Therapie der männlichen Fruchtbarkeitsstörung mit Antioxidantien

Im Artikel „The role of antioxidant therapy in the treatment of male infertility“(1), der im Dezember 2010 in der Zeitschrift „Human Fertility“ veröffentlicht wurde, beschäftigten sich die Autoren mit der Studienlage zur Therapie der männlichen Fertilitätsstörung mit Antioxidantien.

Mein vorliegender Beitrag gibt einen kurzen Überblick über diejenigen Antioxidantien, deren Wirkung auf die männliche Fertilität in verschiedenen Studien in den letzten Jahren untersucht wurden sowie meine Beurteilung der vorliegenden Studienergebnisse für die Therapie.

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Zwei Studien belegen: Bisphenol-A beeinträchtigt die Spermienqualität

28. November 2010. In den letzten Monaten wurden zwei amerikanische Studien publiziert, die nachweisen konnten, dass Bisphenol–A die Spermienqualität beeinträchtigt. Auf eine der Studie wurde im Deutschen Ärzteblatt vom 04.08.2010 (Reproductive Toxicology (2010;doi:10.1016/j.reprotox.2010.07.005) hingewiesen. Die andere Studie wurde am 29.10.2010 online unter dem Ttitel “Urine bisphenol-A (BPA) level in relation to semen quality” in der Zeitschrift “Fertility and Sterility” veröffentlicht.

Bisphenol-A ist die Ausgangssubstanz für viele Kunststoffe, die im täglichen Leben ihre Anwendung finden z.B. Kunststoffflaschen, Lebensmittel- verpackungen oder Plastikspielzeug. Bisphenol-A kann aus diesen Kunststoffen wieder herausgelöst werden und seine estrogenähnliche Wirkung im Organismus entfalten.

In einer Studie konnten die Forscher der Universität von Michigan in Ann Arbor belegen, dass Bisphenol-A die Qualität der Spermien beeinträchtigt und die DNA–Schäden in den Samenzellen erhöht. Es zeigte sich, dass bei 93 Prozent der Probanden Bisphenol-A im Urin nachweisbar war. Bei den Probanden mit den hohen Konzentrationen von Bisphenol-A im Urin war in 23 Prozent der Fälle die Spermienqualität beeinträchtigt und es wurden rund 10 Prozent mehr DNA-Schäden festgestellt. Dagegen wurde bei den Probanden mit geringer Bisphenol-A Konzentration im Urin auch eine deutlich geringere Beeinträchtigung der Spermienqualität beobachtet.

In der anderen Studie wurde die Bisphenol-A Konzentration bei Arbeitern in China bestimmt, die an ihrem Arbeitsplatz mit Bisphenol–A in Berührung kamen. Hier konnte nachgewiesen werden, dass je höher die Bisphenol–A Konzentration im Urin bei den einzelnen Arbeitern war, desto schlechter war deren Samenqualität.

Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse empfehle ich meinen männlichen Patienten, die einen unerfüllten Kinderwunsch hegen, dass sie versuchen sollten, möglichst nur geringe Mengen an Bisphenol – A aufzunehmen. Das bedeutet zum Beispiel, dass Getränke nur aus Glasflaschen konsumiert und keine warmen Speisen aus  Plastikverpackungen gegessen werden sollten, da durch Wärme vermehrt Bisphenol–A aus dem Kunststoff herausgelöst werden kann.

Wie hoch die Bisphenol–A Konzentration im Körper eines Betroffenen ist, kann durch eine Urinuntersuchung festgestellt werden.

Gibt es Medikamente bzw. Wirkstoffe, die das Risiko an einem Prostatakrebs zu erkranken, reduzieren?

Der Gedanke der Vorbeugung gegen Prostatakrebs bewegt viele Männer. In den zurückliegenden Jahren gab es immer wieder Anhaltspunkte, die dafür sprachen, dass verschiedene Wirkstoffe eine Chemoprävention darstellen (1,2,3,4). Vor allem Selen und Vitamin E rückten hierbei in das Blickfeld. Es wurde deshalb im Jahr 2001 eine große prospektive Studie namens SELECT (Selenium and Vitamin E Cancer Prevention Trial) (5) mit diesen antioxidativ wirkenden Substanzen angelegt. Diese Studie wurde aber 2008 vorzeitig beendet, nachdem sich in der Zwischenanalyse ergab, dass die alleinige Einnahme von Selen oder Vitamin E oder die Kombination von Selen und Vitamin E keinen Effekt auf die Prävention eines Prostatakarzinom hat. Es zeigte sich eher im Gegenteil, dass die Probanten im Studienarm „mit alleiniger Selen-Gabe“ ein erhöhtes Risiko hatten, an Diabetes mellitus zu erkranken und bei Probanten in Studienarm „mit alleiniger Vitamin E-Gabe“, ein leicht erhöhtes das Risiko hatten, an Prostatakrebs zu erkranken(6).

Im April 2010 wurden im “New England Journal of Medicine” dann die 4-Jahres-Daten der „Dutasteride of Prostate Cancer Event (REDUCE) – Studie“ (7) vorgestellt. Diese Studie ging wie die 2003 veröffentlichte Prostata Cancer Prevention Trial (PCPT) (8) der Frage nach, ob durch die regelmäßige Einnahme eines 5 – Alpha – Reduktase – Hemmers das Risiko an einem Prostata-Karzinom zu erkranken, gesenkt werden könne.

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Videodokumentation meines Vortrags zum “Prostatakarzinom”

Am 30. September 2010 habe ich beim monatlichen Treff des “Selbsthilfekreis Krebs Maria Rosenberg” in Pirmasens einen Vortrag über “Prostatakarzinom – Diagnose und Therapie”" gehalten. Dieser ca. 40-minütige Vortrag steht nun auch als Video auf dem YouTube-Portal zur Verfügung. Aus technischen Gründen wurde er in drei Sequenzen aufgeteilt.

In diesem Vortrag berichte ich über den aktuellen Stand der Diagnose und Therapie des Prostatakarzinoms. Darüber hinaus gebe ich einen Überblick über Präventionsmöglichkeiten.

Teil 1 “Prostatakarzinom”:

Teil 2 “Prostatakarzinom”:

Teil 3 “Prostatakarzinom”:

Sie können alle 3 Vortragssequenzen auch hier auf dem Youtube-Portal ansehen.

Weiterführende Informationen für meine Patienten und alle Interessierten:

Ein Patientenratgeber zum lokal begrenzten Prostatakarzinom (Link zu einem pdf-Dokument) “Prostatakrebs I – Lokal begrenztes Prostatakarzinom” richtet sich an Männer, bei denen der Verdacht auf ein lokal begrenztes Prostatakarzinom besteht., hrsg. von der Deutschen Krebsgesellschaft, Version 1.1, Januar 2010.

Patientenratgeber zur S3 Leitlinie (Link zu einem pdf-Dokument) “Prostatakrebs II – Lokal fortgeschrittenes und metastasiertes Prostatakarzinom” richtet sich an Männer, bei denen ein lokal fortgeschrittenes oder metastasiertes Prostatakarzinom festgestellt wurde, hrsg. vom Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin Version 1.0, Mai 2010.

Die jeweils aktuellsten Information stellt das Portal patienteninformation.de zu diesem und anderen Krankheitsbildern zusammen, auf die ich an dieser Stelle gerne verweisen möchte.

Studie: Einfluss von übermäßigem Cola-Konsum auf die Samenqualität

1. September 2010: Eine dänische Studie (1), die 2010 im American Journal of Epidemiology veröffentlicht wurde, ging der Frage nach, ob sich die Einnahme von Koffein schädlich auf die Qualität der Spermien auswirkt.

Hierzu untersuchten die Forscher bei 2554 jungen Männer – im Rahmen deren Tauglichkeitsuntersuchung für den Militärdienst – deren Samen. Daneben hatten die Männer auch einen Fragebogen über deren Trinkgewohnheiten bezgüglich verschiedener koffeinhaltiger Getränke wie z.B. Kaffee, Tee, Cola und anderen Soft Drinks zu beantworten.

Dabei stellte sich heraus, dass

  • Männer, die kein Koffein oder nur geringen Mengen Koffein am Tag (201 bis 800 mg) zu sich nahmen,  keine verschlechterte Samenqualität hatten.
  • Männer, die mehr als 800 mg Koffein am Tag in Form von Kaffee, Tee, Cola, Soft Drinks oder Schokoladegetränken zu sich nahmen, ebenfalls keine verschlechterte Samenqualität hatten.
  • Männer, die mehr als 800 mg Koffein in Form von Cola (das entspricht mehr als 1 Liter Cola pro Tag) eine signifikante Verschlechterung ihrer Samenqualität aufwiesen.

Auffällig war zudem, dass die Konsumenten von hohen Mengen an Cola sich auch insgesamt schlechter ernährten. Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass große Mengen von Cola Konsum die Samenqualität negativ beeinflussen können.

Fazit: Obwohl aus der Studie nicht eindeutig hervorgeht, ob der hohe Konsum an Cola Getränken alleine für die schlechtere Samenqualität verantwortlich ist oder ob die schlechteren Ernährungsverhältnisse mit daran Schuld sind, bleibt doch festzuhalten, dass eine ungesunde Ernährungsweise sich negativ auf die Samenqualität auswirkt.

Dies belegt auch eine andere Studie (2), die nachweisen konnte, dass ein geringere Aufnahme von Obst, Gemüse mit einer schlechteren Samenqualität einhergeht.

Quellen:

(1): Jensen TK,Swan HH, Slakkebak N, Rassmussen S,Jorgensen N. Caffein Intake and Semen Qualitiy in a Population of 2 554 Yong Danish Men. American J. of Epidemio 2010 171: 883 – 891

(2): Wong WY,Thomas CM, Merkur JM, et al. Male factor subfertility: possible causes and the impact of nutritional factors. Fertl. Steril. 2000;73(3): 435 – 442.

Neue Leitlinie zur Behandlung des Prostatakarzinom erschienen

Die neue “Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms” ist am 16. September 2009 auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Urologie vorgestellt worden.

Begleitend dazu wurde nun auch eine erste Patientenrichtlinie I erarbeitet und veröffentlicht, die den Inhalt der S3 Leitlinie in laienverständlicher Form übersetzt. Dieser erste Teil der Richtlinie richtet sich an Männer, die an einem lokal begrenzten Prostatakarzinom erkrankt sind. Sie sollen einen Überblick zum fachärztlichen Wissensstand erhalten, die Richtlinie versteht sich aber auch als wichtiger Beitrag zu einer kompetenten gemeinsamen Therapiefindung von Arzt und Patient.

  • Die Kernpunkte der neuen S3 Leitlinie habe ich am 8.10.2009 bei einem Vortrag in Pirmasens vorgestellt. Hier sind meine Vortragsunterlagen vom 8.10.2009 als pdf zum Download (ca. 400 kb). Sprechen Sie mich an, falls Sie Fragen dazu haben.

Geplant ist im übrigen eine zweite Patientenrichtlinie zum lokal fortgeschrittenen und metastasierten Prostatakarzinom, die jedoch zu einem späteren Zeitpunkt publiziert wird.

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