Interview über die Gesundheitsgefahren der Substanz “Bisphenol A” im SWR Fernsehen

 

Link zum Fernsehbericht “Schleichendes Alltagsgift Bisphenol A” des SWR Fernsehens und Interview (Link zur ARD Mediathek)

 

Hintergrund: Am Dienstag, den 6. September 2011 strahlte der Fernsehsender “SWR Rheinland-Pfalz” in der Sendung “Im Grünen” ein Interview mit mir zum aktuellen Thema “Bisphenol A” aus.

 

Zwei Studien belegen: Bisphenol-A beeinträchtigt die Spermienqualität

28. November 2010. In den letzten Monaten wurden zwei amerikanische Studien publiziert, die nachweisen konnten, dass Bisphenol–A die Spermienqualität beeinträchtigt. Auf eine der Studie wurde im Deutschen Ärzteblatt vom 04.08.2010 (Reproductive Toxicology (2010;doi:10.1016/j.reprotox.2010.07.005) hingewiesen. Die andere Studie wurde am 29.10.2010 online unter dem Ttitel “Urine bisphenol-A (BPA) level in relation to semen quality” in der Zeitschrift “Fertility and Sterility” veröffentlicht.

Bisphenol-A ist die Ausgangssubstanz für viele Kunststoffe, die im täglichen Leben ihre Anwendung finden z.B. Kunststoffflaschen, Lebensmittel- verpackungen oder Plastikspielzeug. Bisphenol-A kann aus diesen Kunststoffen wieder herausgelöst werden und seine estrogenähnliche Wirkung im Organismus entfalten.

In einer Studie konnten die Forscher der Universität von Michigan in Ann Arbor belegen, dass Bisphenol-A die Qualität der Spermien beeinträchtigt und die DNA–Schäden in den Samenzellen erhöht. Es zeigte sich, dass bei 93 Prozent der Probanden Bisphenol-A im Urin nachweisbar war. Bei den Probanden mit den hohen Konzentrationen von Bisphenol-A im Urin war in 23 Prozent der Fälle die Spermienqualität beeinträchtigt und es wurden rund 10 Prozent mehr DNA-Schäden festgestellt. Dagegen wurde bei den Probanden mit geringer Bisphenol-A Konzentration im Urin auch eine deutlich geringere Beeinträchtigung der Spermienqualität beobachtet.

In der anderen Studie wurde die Bisphenol-A Konzentration bei Arbeitern in China bestimmt, die an ihrem Arbeitsplatz mit Bisphenol–A in Berührung kamen. Hier konnte nachgewiesen werden, dass je höher die Bisphenol–A Konzentration im Urin bei den einzelnen Arbeitern war, desto schlechter war deren Samenqualität.

Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse empfehle ich meinen männlichen Patienten, die einen unerfüllten Kinderwunsch hegen, dass sie versuchen sollten, möglichst nur geringe Mengen an Bisphenol – A aufzunehmen. Das bedeutet zum Beispiel, dass Getränke nur aus Glasflaschen konsumiert und keine warmen Speisen aus  Plastikverpackungen gegessen werden sollten, da durch Wärme vermehrt Bisphenol–A aus dem Kunststoff herausgelöst werden kann.

Wie hoch die Bisphenol–A Konzentration im Körper eines Betroffenen ist, kann durch eine Urinuntersuchung festgestellt werden.

Studie: Einfluss von übermäßigem Cola-Konsum auf die Samenqualität

1. September 2010: Eine dänische Studie (1), die 2010 im American Journal of Epidemiology veröffentlicht wurde, ging der Frage nach, ob sich die Einnahme von Koffein schädlich auf die Qualität der Spermien auswirkt.

Hierzu untersuchten die Forscher bei 2554 jungen Männer – im Rahmen deren Tauglichkeitsuntersuchung für den Militärdienst – deren Samen. Daneben hatten die Männer auch einen Fragebogen über deren Trinkgewohnheiten bezgüglich verschiedener koffeinhaltiger Getränke wie z.B. Kaffee, Tee, Cola und anderen Soft Drinks zu beantworten.

Dabei stellte sich heraus, dass

  • Männer, die kein Koffein oder nur geringen Mengen Koffein am Tag (201 bis 800 mg) zu sich nahmen,  keine verschlechterte Samenqualität hatten.
  • Männer, die mehr als 800 mg Koffein am Tag in Form von Kaffee, Tee, Cola, Soft Drinks oder Schokoladegetränken zu sich nahmen, ebenfalls keine verschlechterte Samenqualität hatten.
  • Männer, die mehr als 800 mg Koffein in Form von Cola (das entspricht mehr als 1 Liter Cola pro Tag) eine signifikante Verschlechterung ihrer Samenqualität aufwiesen.

Auffällig war zudem, dass die Konsumenten von hohen Mengen an Cola sich auch insgesamt schlechter ernährten. Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass große Mengen von Cola Konsum die Samenqualität negativ beeinflussen können.

Fazit: Obwohl aus der Studie nicht eindeutig hervorgeht, ob der hohe Konsum an Cola Getränken alleine für die schlechtere Samenqualität verantwortlich ist oder ob die schlechteren Ernährungsverhältnisse mit daran Schuld sind, bleibt doch festzuhalten, dass eine ungesunde Ernährungsweise sich negativ auf die Samenqualität auswirkt.

Dies belegt auch eine andere Studie (2), die nachweisen konnte, dass ein geringere Aufnahme von Obst, Gemüse mit einer schlechteren Samenqualität einhergeht.

Quellen:

(1): Jensen TK,Swan HH, Slakkebak N, Rassmussen S,Jorgensen N. Caffein Intake and Semen Qualitiy in a Population of 2 554 Yong Danish Men. American J. of Epidemio 2010 171: 883 – 891

(2): Wong WY,Thomas CM, Merkur JM, et al. Male factor subfertility: possible causes and the impact of nutritional factors. Fertl. Steril. 2000;73(3): 435 – 442.

Krebsregister in Deutschland

18. August 2010: Das Ärzteblatt Rheinland-Pfalz gibt in seiner aktuellen Ausgabe (August 8/2010) eine Übersicht über die verschiedenen nationalen und internationalen epidemologischen Krebsregister.

Für Deutschland wird alle zwei Jahre eine Broschüre als gemeinsame Publikation der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister e.V. (GE-KID) und des Robert-Koch-Instituts (RKI) herausgegeben.Darüber hinaus steht ein interaktiver Krebsatlas im Internet zur Verfügung bei dem die Daten der Jahre 2000 bis 2006 in einer Datenbank zur Verfügung stehen. “Verschiedene Abfragen ermöglichen eine interaktive Auswertung der aggregierten Angaben zu Fallzahlen und Raten von Krebsneuerkrankungen. Die Informationen sind sowohl nach Bundesländern als auch im zeitlichen Trend darstellbar.” so die Autorin Silke Zaißig im Ärzteblatt Rheinland-Pfalz (Ausgabe 8/2010, S. 17)

Das Krebsregister Rheinland-Pfalz hat 2009 in seinem Jahresbericht die Zahlen aus 2006 vorgelegt und kann als pdf-Datei kostenlos im Internet abgerufen werden.

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