Der Maiglöckchenduft ist doch kein Spermien-Lockmittel

Im Jahr 2003 wurden in der Fachzeitschrift “Science” Untersuchungs-ergebnisse veröffentlicht, die zeigten, dass der Maiglöckchen-Duftbestandteil Bourgeonal als Lockmittel für die Spermien hin zur Eizelle fungiert (1).

Diese These wurde jetzt von einer Forschergruppe um der Bonner Max-Planck-Wissenschaftler Timo Strünker verworfen. Hören Sie dazu den interessanten Beitrag von SWR 2 Impuls vom 02.03.2012

SWR2_Impuls_vom 2.3.2012:_Spermien_koennen_doch_nicht_riechen

(Audiodatei mp3, 2:41 min)

Autor: Christoph König, SWR2 Impuls / Südwestrundfunk Baden-Baden

Die Pressemitteilung der Bonner Forschergruppe zum Ende des Maiglöckchen-Phänomens finden Sie hier.

Weitere Quellen:
(1) Spehr, M.; Gisselmann, G; Poplawski, A; Riffell, JA; Wetzel, CH; Zimmer, RK; Hatt, H (2003). “Identification of a Testicular Odorant Receptor Mediating Human Sperm Chemotaxis”. Science 299 (5615): 2054

Bildnachweis: Diese Datei und die Informationen unter dem roten Trennstrich werden aus dem zentralen Medienarchiv Wikimedia Commons eingebunden. Quelle und Lizenbestimmungen siehe hier

 

 

 

Neuere Studien zeigen: Die Einnahme von Selen, Vitamin E und N-Acetyl-Cystein verbessern die Beweglichkeit von Spermien

In dem von mir am 25. Mai 2011 verfassten Übersichtsartikel: „Therapie der männlichen Fruchtbarkeitsstörungen mit Antioxidantien“, habe ich verschiedene Antioxidantien und deren Wirkung auf die männliche Fertilität vorgestellt. Die Studienlage zur Wirkung dieser Antioxidantien ist jedoch zum Teil widersprüchlich und auch älteren Datums. Die im Folgenden nun vorgestellten beiden Arbeiten zu diesem Thema sind zum einen neueren Datums und zum anderen handelt es sich zumindest bei einer Arbeit um eine sogenannte randomisierte prospektive Studie, die dadurch in ihrer Aussagekraft als höherwertig zu betrachten ist.

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Zwei Studien belegen: Bisphenol-A beeinträchtigt die Spermienqualität

28. November 2010. In den letzten Monaten wurden zwei amerikanische Studien publiziert, die nachweisen konnten, dass Bisphenol–A die Spermienqualität beeinträchtigt. Auf eine der Studie wurde im Deutschen Ärzteblatt vom 04.08.2010 (Reproductive Toxicology (2010;doi:10.1016/j.reprotox.2010.07.005) hingewiesen. Die andere Studie wurde am 29.10.2010 online unter dem Ttitel “Urine bisphenol-A (BPA) level in relation to semen quality” in der Zeitschrift “Fertility and Sterility” veröffentlicht.

Bisphenol-A ist die Ausgangssubstanz für viele Kunststoffe, die im täglichen Leben ihre Anwendung finden z.B. Kunststoffflaschen, Lebensmittel- verpackungen oder Plastikspielzeug. Bisphenol-A kann aus diesen Kunststoffen wieder herausgelöst werden und seine estrogenähnliche Wirkung im Organismus entfalten.

In einer Studie konnten die Forscher der Universität von Michigan in Ann Arbor belegen, dass Bisphenol-A die Qualität der Spermien beeinträchtigt und die DNA–Schäden in den Samenzellen erhöht. Es zeigte sich, dass bei 93 Prozent der Probanden Bisphenol-A im Urin nachweisbar war. Bei den Probanden mit den hohen Konzentrationen von Bisphenol-A im Urin war in 23 Prozent der Fälle die Spermienqualität beeinträchtigt und es wurden rund 10 Prozent mehr DNA-Schäden festgestellt. Dagegen wurde bei den Probanden mit geringer Bisphenol-A Konzentration im Urin auch eine deutlich geringere Beeinträchtigung der Spermienqualität beobachtet.

In der anderen Studie wurde die Bisphenol-A Konzentration bei Arbeitern in China bestimmt, die an ihrem Arbeitsplatz mit Bisphenol–A in Berührung kamen. Hier konnte nachgewiesen werden, dass je höher die Bisphenol–A Konzentration im Urin bei den einzelnen Arbeitern war, desto schlechter war deren Samenqualität.

Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse empfehle ich meinen männlichen Patienten, die einen unerfüllten Kinderwunsch hegen, dass sie versuchen sollten, möglichst nur geringe Mengen an Bisphenol – A aufzunehmen. Das bedeutet zum Beispiel, dass Getränke nur aus Glasflaschen konsumiert und keine warmen Speisen aus  Plastikverpackungen gegessen werden sollten, da durch Wärme vermehrt Bisphenol–A aus dem Kunststoff herausgelöst werden kann.

Wie hoch die Bisphenol–A Konzentration im Körper eines Betroffenen ist, kann durch eine Urinuntersuchung festgestellt werden.

Krebsregister in Deutschland

18. August 2010: Das Ärzteblatt Rheinland-Pfalz gibt in seiner aktuellen Ausgabe (August 8/2010) eine Übersicht über die verschiedenen nationalen und internationalen epidemologischen Krebsregister.

Für Deutschland wird alle zwei Jahre eine Broschüre als gemeinsame Publikation der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister e.V. (GE-KID) und des Robert-Koch-Instituts (RKI) herausgegeben.Darüber hinaus steht ein interaktiver Krebsatlas im Internet zur Verfügung bei dem die Daten der Jahre 2000 bis 2006 in einer Datenbank zur Verfügung stehen. “Verschiedene Abfragen ermöglichen eine interaktive Auswertung der aggregierten Angaben zu Fallzahlen und Raten von Krebsneuerkrankungen. Die Informationen sind sowohl nach Bundesländern als auch im zeitlichen Trend darstellbar.” so die Autorin Silke Zaißig im Ärzteblatt Rheinland-Pfalz (Ausgabe 8/2010, S. 17)

Das Krebsregister Rheinland-Pfalz hat 2009 in seinem Jahresbericht die Zahlen aus 2006 vorgelegt und kann als pdf-Datei kostenlos im Internet abgerufen werden.

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